Äthiopien: nie endendes heiliges Wasser

Äthiopien, Kirche, Kloster, Rundreise, UNESCO, Welterbe

Kinder sind eigentlich überall. Auf dem Schulweg – eine Schicht morgens, eine Nachmittags – auf den Straßen, beim Wasser holen, und bei jedem Halt stehen sie neugierig neben uns. Das ganze Land scheint aus Kindern und jungen Leuten zu bestehen. Sie sind neugierig, wissensdurstig, freuen sich über jeden Kontakt und sprechen oft sehr gut Englisch. Andererseits gibt es viele, die weit unter dem Existenzminimum leben müssen. Schon als Kinder schwanger werden, zu viel Arbeit und zu viel Hunger für den Schulbesuch haben. In den Dörfern müssen sie in der Landwirtschaft oder im Haus helfen, Wasser holen, Früchte und Gemüse verkaufen. Schwerste Arbeit, ohne Aussicht auf Zukunft, ohne je das eigene Land oder die Welt kennen zu lernen. Viele haben Hautschäden durch die starke UV-Strahlung in den Höhenlagen, Ärzte und Kliniken gibt es nicht, Medikamente sind wirkungslose Importe aus Indien. Es ist ein ambivalentes Gefühl zwischen Hoffnungslosigkeit und Aufbruch.

Die Kirchen geben Halt und sind wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Die Priester sind von der Regierung ausgesucht und genießen nicht mehr den früheren Status. Religion ist wichtig, nicht deren Repräsentanten. Die Beobachtung sagt manchmal etwas anderes. Es ist ambivalent.

ነዓኩቶ ለአብ

Die Sagen und Mythen berichten über die 11 Könige, von denen 5 heilig sind. Na’akuto La’ab gehört zu ihnen. Es ist der Sohn Kaiser Kedus Harbe, hat Kaiser Lalibela abgelöst und soll in einer Höhlenkirche gelebt haben. Dort hat es alleine, asketisch und mit selbst zugefügten Leiden Gott gedient. Die Chronik der Kaiser und Könige Äthiopiens ist genau so verzwickt, wie bei vielen Europäischen, Indischen und anderen Dynastien. Was von ihn blieb, in einen Felsenraum tropft noch immer heiliges Wasser die Decke herunter. Es wird nie weniger und die Töpfe laufen nie über. Ein Wunder. Die Priester zeigen gerne ihre 750 Jahre alten Bücher, Chroniken und sakralen Gegenstände.

Frauen haben Holz gekauft.

Wassertransport mit selbst gebauter Schubkarre

Landarbeit mit Rindern und Holzpflügen

Ein wenig stolz und noch erstaunt über den neuen Bleistift

Kinder verkaufen die Ernte. Manche haben durch die starke UV-Bestrahlung Hautschäden.

Eine Beerdigung

Nicht alle freuen sich über unseren Besuch

mampf

Eine Hilfsorganisation hat kostenlose Moskitonetze verteilt.

Auf der ganzen Fahrt begegneten uns keinerlei landwirtschaftliche Fahrzeuge. Der karge Boden wird mit Grabstöcken, Holzpflügen und Rindern beackert.

Felsenkirche des heiligen Königs St. Na’akuto La’ab

Die Schuhe wurden ordentlich aufgereiht und sortiert

Kreuze können verschiedenste Funktionen erfüllen

Priester im Zugang zum Heiligen Wasser in der Höhle

Das Heilige Wasser tropft in die Behälter. Diese laufen nie über, werden aber auch nie leer.

Uralte liturgische Gerätschaften aus der Zeit der heiligen Könige

Priester mit Kreuz neben 750 Jahre alter Chronik. Handgeschrieben und bebildert.


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