Spaniens Schlösser: El Escorial

Kastilien, Kirche, Kloster, Palast, Schloß, Spanien, UNESCO, Welterbe


Auf einem Schutthaufen in der Berglandschaft nördlich von Madrid wurde der Königssitz Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial im 16 Jahrhundert gebaut. Klosteranlage, Kathedrale, Königspalast in der Form eines Feuerrostes, auf dem der Hl. Laurentius gefoltert worden sein soll. Genau diese Gemütlichkeit strahlt die gesamte Anlage aus. Der größte Renaissancebau der Welt, Weltkulturerbe, knapp kleiner als der Vatikan, schnörkellos, grau, kalt, war für den gichtkranken König nicht unbedingt die richtige Umgebung. 

Innen wandelt man durch lange bemalte Gänge, Säle mit Bildern berühmter Maler von El Greco, Albrecht Dürer bis Heronymus Bosch. Daneben der Schlachtensaal, in dem heroische christliche Truppen gegen feige Araber kämpfen. Solche Motive ziehen sich immer wieder auch durch weitere Propagandegemälde, in denen die Überlegenheit der Christen über Juden und Muslime bildlich dargestellt wird.

Die prächtig ausgestaltete Bibliothek im Nebentrakt umfasst 40.000 Bücher und Handschriften aus dem Mittelalter. Das Fotografierverbot wird hier streng durchgesetzt.

Unter der Kirche, groß wie eine Kathedrale, die Grablege der Könige und ihrer Verwandtschaft. Ein weit verzweigter Ort von Kapellen und Särgen unterschiedlicher Art für die 100 Infanten, tiefer unten dann die schwarzen Särge der 26 König*innen.

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The Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial was built in the 16th century on a heap of rubble in the mountainous landscape north of Madrid. Monastery, cathedral, royal palace in the form of a fire grate on which St. Laurentius is said to have been tortured. Exactly this cosiness radiates the whole complex. The largest Renaissance building in the world, world cultural heritage, just smaller than the Vatican, straightforward, grey, cold, was not necessarily the right environment for the gouty king.

Under the church, as big as a cathedral, the tomb of the kings and their relatives. A widely ramified place of chapels and coffins of various kinds for the 100 infantes, below then the black coffins of the 26 kings and queens.

Zeitgleich errichtete der selbe Architekt, Juan de Herrera, den Palacio Real de Aranjuez südlich von Madrid. Heute barock ausgebaut und mit einem weitläufigen Park umgeben, eine farbenfohe Abwechslung zum Grau El Escorials. Karl IV. gefiel das alles nicht. Er ließ sich, 200 Jahre später, ein Lustschloss im maurischen Stil, die Casita del Príncipe, gleich in der Nähe bauen. In El Escorial befindet sich auch die Abadía de la Santa Cruz del Valle de los Caídos, Francos Mausoleum, Heldengedenkstätte, faschistischer Wallfahrtsort und Kirche.


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