Äthiopien: Auf den Spuren alter Legenden nach Gonder

Äthiopien, Kirche, Kloster, Kunst und Kultur, Rundreise, UNESCO

ጎንደር – Gonder

Agatha Christie schrieb von der Straußenjagd in Abessinien und Meisterdetektiv Hercule Poirot wollten sie auf keinen Fall verpassen. Das war zur Zeit der italienischen Kolonialzeit der 1930er Jahre, in der der nördliche Teil des heutigen Äthiopien besetzt war. Dies war auch die einzige Zeit, in der das Land unter fremder Herrschaft stand. Hauptstadt war die alte Kaiserstadt Gonder mit seinen Palästen.

Der Legende nach soll König Fasilides von einem alten Einsiedler aufgefordert worden sein, genau hier eine Stadt zu gründen und ein Schloss zu errichten. Es entstand der Festungsstadt Fasil Ghebbi die zum UNESCO Welterbe gehört und im 16. und 17. Jahrhundert Residenz des äthiopischen Kaisers war.

Auch seine Nachfolger ließen hier Prunksäle, Bibliotheken und Paläste errichten. Ein weitläufiges Gelände. Zerstört wurden die Bauten durch Luftangriffe der englichen Truppen im 2. Weltkrieg. Die faschistischen Italiener sollten vertrieben werden, dafür wurden die Schätze geplündert. Die Schlösser müssen prächtig gewesen sein. Italiener und Engländer nahmen alles mit. Elfenbein, Gold, Edelsteine, Stoffe, Möbel, sogar die Ebenholzbalken im Festsaal. Das Land mit den meisten Welterbestätten Afrikas wurde ausgeblutet. Geblieben sind Ruinen mit leeren Räumen, in denen sich von früherer Pracht träumen läßt.

Einmal im Jahr wird das alte Schwimmbad Kaiser Fasilides zum Timkat-Fest geflutet und ausgiebig gefeiert. Würgefeigen haben die Mauern erobert und den weitläufigen Park drumherum. Seit dem 16. Jahrhundert ist es in Betrieb und dürfte damit das älteste, zumindest eins der ältesten, sein.

የደብረ ብርሃን ስላሴ – Dreifaltigkeitskirche – Debre Berhan Selassie – „Berg des Lichtes“

Der Große Unterschied besteht in der Bauweise. Normalerweise sind die Kirchen in Gonder rund, diese ist in Form einer Basilika viereckig gebaut. Die Gottesdienste werden für Männer innen und für die Frauen im Freien abgehalten. Bei Rundkirchen sind alle draußen. Das Gelände wird von weiten Mauern und Wehrtürmen umgeben, von Bienen bewacht. Bienen sind die Legende dieses Ortes. Sie sollen die Kirche vor dem Angriff muslimischer Truppen bewahrt haben und sind überall in der Kirche verewigt. Heute wohnen die Mönche in den Wehrtürmen und mit den Muslimen friedlich zusammen.

Die Innenräume sind wunderschön mit Szenen aus der Bibel bemalt. An der Decke 88 Engel für die Unendlichkeit, an den Wänden der Herrscher der Hölle.

Blühende Jacaranda Bäume auf dem Weg zu Kaiser Haile Selassies Sommerwohnsitz.

Gottesdienst am Sonntag unter freiem Himmel, vom morgens 6 bis nachmittags um 15 Uhr.

Granitnadel “Geierfelsen”  in der Nähe von Addis Zemen

Trocken ist das Hochland und Bäume selten.

Szenen aus dem täglichen Leben: Kaffeezeremonie und Markttag

Festungsstadt Fasil Ghebbi mit derBibliothek des Yohannes I. (links) und dem Palast des Fasilides

Palast des Fasilides aus dem 16. Jahrhundert

Palast von Iyasu I.

Mobiltoilette auf Äthiopisch

Rechts neben dem Palast stehe Testgebäude, die nur den Zweck hatten Material und Untergrund auf Standfestigkeit zu testen.

Das Bad von Fasilidas wird einmal im Jahr geflutet.

Dreifaltigkeitskirche Debre Berhan Selassie

88 Engel an der Decke symbolisieren die Unenedlichkeit

Festungsstadt Fasil Ghebbi in Gonder

Abends den Blick auf Stadt und Land vom höher gelegenen Doha Hotel genießen


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