Spanien: Salamanca

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Kastilien ist ein großes Nichts. Hunderte Kilometer kein Baum, kein Strauch, verdorrte Erde, verfallene Gehöfte und Kleinindustrieanlagen. Ein paar Strohballen und wenige Hügel verstellen die Sicht auf den Horizont.  Hier begannen Bauern und verarmter Landadel einen 400 jährigen Aufstand gegen die Mauren. Später stand hier die Wiege spanischer Literatur und Kunst, der Hochsprache und des Katholizismus. Im Abstand von gut 100 km entstanden Städte, schon 1.500 Jahre vorher. In ihnen blühten Handel, Handwerk und Bildung. Hier fiel aber auch der spanische Faschismus auf fruchtbaren Boden.

So auch in Salamanca. Unweit der Grenze zu Portugal heute eine quirlige Metropole, Universitätsstadt mit vielen jungen Menschen, einem bunten Nachtleben und reger Bautätigkeit in den Randbezirken.

In der Universität musste Christoph Kolumbus den Professoren seine Theorien von der Weltumseglung erklären. Die UNESCO formulierte Inklusion als wichtigstes Ziel der Bildungspolitik und ihr Rektor Miguel de Unamuno stellte sich offen gegen das Francoregime. Eine kleine Kröte auf der Fassade wurde zum Symbol Salamancas. Sie sitzt auf einem Totenkopf und warnt die Studenten vor dem ausschweifenden Leben.

Die Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe und war mit Brügge zusammen Kulturhauptstadt Europas. Dazu hat sie noch eine der schönsten Kathedralen (eigentlich sogar zwei) Spaniens. 

Miguel de Unamuno, Rektor der Universität im Beisein der Gattin Francos, als die Falangisten ihren Wahlspruch „Viva la Murrte“ „ Es lebe der Tod“ erschallen ließen:: 
„Zu Zeiten heißt Schweigen: Lügen. Denn Stillschweigen kann als Zustimmung ausgelegt werden“ Er wandte sich an die anwesenden Franco-Anhänger und ihre dümmlichen Paradoxien. „Sie werden gewinnen, weil es ihnen nicht an brutaler Kraft fehlt. Aber sie werden nicht überzeugen. Denn um zu überzeugen muss man überreden können. Und um zu überreden tut es not, was ihnen fehlt. Vernunft und Recht im Kampf. Ich halte es für nutzlos sie zu ermahnen.“ Seine Rede ging in den Sprechchören „Abajo la Intelligenzia!“ „Nieder mit der Intelligenz!“ unter. 12.10.1936

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Castile is a big nothing. Hundreds of kilometres no tree, no bush, withered earth, dilapidated farmsteads and small industrial plants. A few bales of straw and a few hills obstruct the view of the horizon. Here farmers and impoverished landed gentry began a 400-year revolt against the Moors. Later, it was the cradle of Spanish literature and art, of high-level language and Catholicism. At a distance of about 100 km, cities emerged, already 1,500 years before. Trade, crafts and education flourished in them. But Spanish fascism also fell on fertile ground here.

So it was in Salamanca. Not far from the border to Portugal today a lively metropolis, university town with many young people, a colourful nightlife and lively building activity in the outskirts.


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