Hamburg: Faschismus in der Kathedrale

Hamburg, Kunst und Kultur

Was bleibt, wenn sich ein Nazi auszieht, ein Arsch und zwei Beine oder ein Arsch auf zwei Beinen. Genau das ist der Unterschied zwischen Pathos und Kritik oder Ironie. Letzteres wird Andreas Mühe für seine Bilder unterstellt, aber gesehen hat die wohl nur ein Kurator, der Schnappatmung bekommt, wenn er den ein oder anderen Nazi, wenn auf nur nachgebildet, ausstellen darf. Und dem Künstler dazu noch eine Kathedrale baut. Von einem Hochsitz, der wie eine Kanzel am Rand steht, hat man die Aussicht auf barocke Bildhängung mit Gotischen Fenstern. Zu Füßen liegen einem die Leichen der letzten Jagd. In den Kapellen ebendieser nackte Nazi und die Bilder uns heute heiliger Familien.

Warum meinen deutsche Künstler unserer Vergangenheit immer ironisch oder als Klamauk begegnen zu müssen? Bei beidem findet eineAuseinandersetzung dann nicht mehr statt. Stattdessen Abwenden vom Pathos, schnell raus aus der Kathedrale der Selbstbeweihräucherung.

Schade, dass die Ausstellung der Fotografin Viviane Sassen nebenan nicht getrennt besucht werden kann. So muss die von Andreas Mühe im selben Eintritt mit finanziert werden.

Beide noch bis 20.08. im Haus der Photographie, Deichtorhallen in Hamburg

Andreas Mühe – Pathos als Distanz

Blick von der Kanzel auf die Kathedrale des Faschismus
Rosarot – geschmückte Tannenbäume
Schwarz – Ein nackter Nazis bleibt auch nur ein Arsch auf zwei Beinen

 

Viviana Sassen – Umbra

Viviana Sassen –  Schatten


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